Kill your Images: Warum weniger Bilder auf Webseiten besser sind

Klingt nach einem No-Brainer: Besucher mögen große, emotionale Bilder – also schmücken wir unsere Seiten damit reichlich. Das Problem: Die Wahrheit sieht anders aus.

Denn bei all der Schönheit ist es immer noch Text, der Informationen dicht und schnell in unser Hirn jagt, der dabei auch noch ermöglicht, selektiv das Wichtigste schnell zu erfassen.

Hier drei Fälle, bei denen Sie vielleicht Ihren Content zugänglicher machen, wenn Sie auf Bilder verzichten.

Bilder können verwirren

Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte – und viele Bilder sagen dann viele Tausend Worte, nicht? Darum gehen manche Homepages oder Rubrikenseiten unter in einer Kakofonie an Symbolbildern, deren Sinn sich der Besucher kaum erschließen kann. Damit er damit nicht alleine gelassen wird, bekommt er ein bisschen Text in Form von Headlines.

Schließlich soll die Homepage repräsentieren, soll in eine Welt versetzen, soll Emotion vermitteln. Ein durchaus wichtiges Ziel. Darum sind viele Homepages wahre Bilderalben. Oft beginnt jede Einzelseite mit einem Aufmacher. Das muss nicht verkehrt sein, kann aber verkehrt sein. Nämlich dann, wenn es eigentlich längst um das Vermitteln von Information geht.

Denn es ist oft sogar so, dass Bilder gar nicht wahrgenommen werden, sie sogar ausgeblendet werden: 

“The principle “more is better” doesn’t apply to images. Don’t put a lot of effort in creating purely decorative images because people usually ignore such images.”

Quelle: Smashingmagazine

Was dann bleibt ist viel Lärm um nichts – und die Informationen stecken hauptsächlich im Text. Das schlägt sich nieder in geringen Klickraten auf Auswahlseiten wie Homepages. Dabei reicht vielen Lesern der Text, wie das Medialab Bayern in einem Beitrag klargestellt hat:

“Eine Überschrift mit einem kleinen Teaser reichte oft aus. Gleichzeitig sollte das inhaltliche Spektrum breit sein“, berichtet Jonas Müller über die Inhalte der User-Befragung. Das ist eine interessante Erkenntnis, denn offensichtlich wurden textliche Überblicke präferiert.

Quelle: Media-Lab

Takeaway: Testet eine alternative und Bild-reduzierte Homepage, die Informationen als Text abgibt und vergleicht die Performance mit der Ursprungsvariante. Verringern sich Absprünge? Steigt die Scrolltiefe?

Bilder geben kein Leseversprechen ab

Das hat sich so eingebürgert. Zu Beginn eines Beitrags kommt erstmal ein großes Bild oder gar ein Video. Besonders auf Nachrichtenseiten durchaus sinnvoll und auf Landingpages mit Conversionziel sogar oft förderlich. Es sei denn, es handelt sich um reine Symbolfotos.

Das Problem mit Symbolfotos: Sie sind austauschbar, nehmen Platz im Fenster weg und sie geben sowieso kein Leseversprechen zum Beitrag. Im schlimmsten Fall verdrängen sie Informationen, die den Leser zum Weiterlesen animieren.

Noch einmal sicherheitshalber: Das ist durchaus anders, wenn es sich um eine Landingpage handelt, die mit einer starken Value-Proposition plus Emotion wirbt. Oder auch bei Fotos, die ein wichtiges Geschehen zeigen. Aber alles andere braucht es nicht. 

Takeaway: Jedes Bild ohne Sinn kann weg. Ein Bild, das auf Social angezeigt wird, kann übrigens auch ein Logo oder ein Zitat sein und muss nicht auf der eigentlichen Seite zu sehen sein. Symbolfotos gehen im Stream der Sozialen Medien sowieso unter.

Bilder verschlechtern die Performance

Das vielleicht stärkste Argument gegen Bilder ist aber: Es kann nämlich handfeste Nachteile beim SEO haben.

Denn mit den Webvitals hat Google auch die Messung des LCPs – des Largest Contentful Paint – eingeführt. Knapp gesagt untersucht Google hier, wie lange es dauert, bis das größte Inhaltselement innerhalb des sichtbaren Bereichs geladen wird. Und das wären in dem Fall dann Bilder, Videos, etc.

Vor allem, wenn die Bilder zu gering komprimiert sind und kein modernes Format benutzt wie Webp, bremsen sie die Performance.

Takeaway: Prüfen Sie, ob Ihre Webseiten durch Bilder an Performance verlieren. Etwa durch den Test in Pagespeed insights oder in einem anderen Tool. Prüfen Sie den Einsatz von modernen Medien-Formaten.

Zu guter Letzt …

Eine Bonusinfo noch am Ende: Nutzt Ihr noch ein Bildkarussel oder “Slider”? Stellt es ab. Sofort.

Stephan Goldmann

Stephan ist geschäftsführender Gesellschafter, Co-Gründer und Chief Operations Officer der sayang.gmbh. Er sorgt dafür, dass Content-Marketing auf technisch gesunder Basis läuft.
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